Nacktheit: Erfahrung, Gefühl, Vorstellung, Kuturen - Wiki

Nacktheit

© RTL / Andreas Friese

Nacktheit

Die Kleiderlosigkeit bei Menschen, wird als Nacktheit bezeichnet. Diese Empfindung vom nackt sein, kann dabei als Scham oder Befreiung empfunden werden.

Nacktheit

Unter Nacktheit wird die Kleidungslosigkeit von Personen, sowie die Feder- oder Haarlosigkeit bei Tieren interpretiert. Psychologisch betrachtet ist die Nacktheit beim Menschen von einer subjekten Empfindung geprägt, da nackt sein auch als Blöße dargestellt wird. Die Empfindung nackt zu sein, kann von der jeweiligen Erziehung von Scham bis hin zu einem Freiheitsgefühl führen. Nacktheit ist ein subjektives Empfinden, da die Kleidung am Körper fehlt. Aber auch das Fehlen von Gegenständen, wie Schmuck, Schminke oder eine Perücke kann daraus resultieren. Das Empfinden von Nacktheit ist bei jedem Menschen total verschieden, dabei bezieht es sich nicht immer nur auf die Kleidung, sondern kann auf bestimmte Gegenstände treffen, die sonst immer mitgetragen werden.

Sich nackt fühlen

Ab welchen Zeitpunkt man sich „nackt“ fühlt ist dabei relativ zu sehen. Dazu erfordert es das komplette Ablegen der Kleidung. In einigen Kulturen, wo Menschen von der Geburt an nackt aufwachsen, bedarf es absolut keiner Gewöhnung. Hier gehört die Nacktheit mit zu der Kultur. Besonders in wärmeren Gegenden ist nackt sein sehr beheimatet und ein alltäglicher Zustand. Auch gibt es Kulturen wo den Menschen das nackt sein verpönt ist, hier wäre mit Sicherheit eine längere Umgewöhnung notwendig, um sich vor anderen Menschen nackt zu zeigen. Dies gilt zum Beispiel bei Migranten, die ihren Körper absichtlich verhüllen. Hier wird die Nacktheit tabuisiert, wobei sich viele Menschen an diesen Zustand mit der Zeit dran gewöhnen. Für viele Menschen ist nackt sein, eine Erfahrung, die sie im Laufe ihres Leben machen. Daraus resultiert am Ende die eigene und persönliche Einstellung, wie sie mit so einer Situation im alltäglichen Leben umgehen.

Eigene Erfahrung

Durch berufliche Erfahrungen kann nicht bestätigt werden, dass Männer verschämter sind als Frauen. Zwar gibt es keine verallgemeinernde Antwort darauf, doch reagieren Männer aus bestimmten Situationen bei der Nacktheit ganz anders als Frauen. Während Männer eher laut oder sogar aggressiv werden, blicken Frauen auf den Bode, schweigen oder erröten sogar. Wenn es allerdings darum geht, peinliche Situationen der Nacktheit zu vermeiden, verhalten sich beide Geschlechter eher gleich. Allerdings kommunizieren Männer beim nackt sein, weniger mit Gefühlen und sind weniger gesprächig. Dies ist auch ein Ausdruck von Scham.

Die dominierende Werbewirtschaft

Dies wird vor allem durch eine dominierende Werbewirtschaft signalisiert, wo es nach dem Prinzip geht „Sex sells“ und in den meisten Videos eher weibliche Körper gezeigt werden. In unserer Kultur sind die Themen Sexualität und Nacktheit sehr eng miteinander verknüpft. Besonders bestimmte Produkte, wie Filme, Kosmetik, Genussmittel oder Zeitschriften sind zum Teil voll mit nackten Körpern und werden somit auch favorisiert. Besonders bei männlichen Kunden finden diese Werbeaktionen ein hohes Interesse. In letzter Zeit setzen auch Frauen ihre Nacktheit sehr stark ein, um zum Beispiel auf bestimmte politische Themen aufmerksam zu machen. Dabei nutzen sie das nackt sein besonders in der Öffentlichkeit, um mit ihrem Körper auf sich Aufmerksam zu machen.

Soziales Gefühl

Das Thema Scham ist ein soziales Gefühl. Es reguliert ein menschliches Verhalten und verhindert somit, dass Mitglieder einer bestimmten Gemeinschaft aussortiert werden. Denn wer sich abgelehnt oder ungeliebt fühlt, reagiert sehr stark mit Scham. Häufig ist es auch mit dem eigenen Erleben verbunden, wobei es von der Norm abweicht. Doch am liebsten möchte man solche Situationen verbergen, da es hier häufig zu einem erröten beim nackt sein kommt. Schambetroffene gehen hier meistens immer sehr stark auf Distanz, was im schlimmsten Fall in einer „sozialen Phobie“ enden kann. Doch diese Ansicht kann nicht verallgemeinert werden. Denn in Deutschland, besonders in den neuen Bundesländern, stellt die „Freikörperkultur“ also die Nacktheit eine Selbstverständlichkeit dar. In den alten Bundesländern gehört das nackt sein allerdings nicht dazu. Somit ist es in der heutigen Zeit, besonders im Sommer, keine Seltenheit nackte Sonnenanbeter zu sehen. Diese Nacktheit wird auch nicht als „Ordnungswidrigkeit“ geahndet, da die Nacktheit nichts Außergewöhnliches darstellt.

Die eigene Vorstellung

Wenn eine Person in der Lage ist sich zu schämen, muss sie dabei eine bestimmte Vorstellung vom nackt sein haben. Die Fähigkeit wird dabei meistens ab einem Alter von 1,5 bis 2 Jahren entwickelt. Dazu muss das eigene Vorstellungsvermögen so ausreichend entwickelt sein, dass man die Nacktheit nachvollziehen kann. Das Aussehen oder Verhalten weicht somit den eigenen „Idealvorstellungen“ ab. Auf eine solche Diskrepanz muss anfänglicher noch aufmerksam gemacht werden. Wenn sich die eigenen Idealvorstellung gefestigt hat, kann jeder selbst genau einschätzen, ob es sich beim nackt sein schämen muss oder nicht. Wenn die eigene Idealvorstellung verinnerlicht ist, kann die jeweilige Person bestimmte Umstände oder die Umwelt nutzen, um Hinweisen nachzugehen. Scham kann dabei durch eigenes Vorbild an die nächste Generation weitergegeben werden.

Verschiedene Kulturen

Ob Kinder ihre Eltern nackt sehen sollten, wird bei den verschiedenen Kulturen die es auf der Welt gibt, unterschiedlich beantwortet. Eltern stellen für Kinder in den ersten Jahren eine wichtige Vorbildfunktion dar. Wenn man als Kind eine unbeschwerte Nacktheit erlebt hat, ist dies eine starke Grundlage um sich später im eigenen Körper wohl zu fühlen. Allerdings können ab einem bestimmte Alter die Einflüsse anderer Menschen dazu führen, sich wieder von dieser Idealvorstellung der Nacktheit abzuwenden. Besonders dann, wenn die eigenen Eltern mit dem Thema nackt sein ein großes Problem haben.

Kulturkreise

Eine Annahme, dass wir Menschen es „immer nackt wollen“ kann nicht nachvollzogen werden, da die geschichtliche Sicht im Laufe der Jahrhunderte sehr unterschiedlich war und es verschiedene Kulturkreise zum nackt sein gibt. Ende der 60 Jahre fand eine „sexuelle Revolution“ statt, durch eine Verbreitung der Nacktheit über das Fernsehen. Hier wurden Bilder und Filme von nackten Personen gezeigt. Dazu gesellten sich dann auch noch mehr Themen zum nackt sein, wie zum Beispiel die Intimrasur. Diese passt dabei in die gleiche Kategorie wie in der heutigen Zeit Piercings oder Tattoos, wobei dabei die Betonung auch auf nackt sein (nackter Haut) liegt.

Schambewußtsein

Es gibt viele Menschen die sich davor schämen, sich nackt vor Freunden oder auch Fremden zu zeigen. Die eigene Scham hat dabei sehr viel mit Angst zu tun, denn man könnte aus der Gruppe oder dem Freundeskreis ausgeschlossen werden. Die hat oft schmerzhafte und folgenreiche Konsequenzen. Außerdem möchte man diesen Personen dann nicht mehr in der Öffentlichkeit begegnen, da sich hier ein großer Markel eingebracht hat. Wenn diese Freunde dann noch in einem Netzwerk darüber sprechen, kann das für die jeweilige Person noch schlimmer werden. Das eigene Schambewußtsein spielt hier eine sehr große Rolle.

Sich der Kleidung entblößen

Alkohol gilt als enthemmend und in großen Mengen trübt es das Bewusstsein ein. Diese Effekt nutzen viele Personen aus, um auf die Straße zu gehen und sich vor anderen Leuten zu „entblößen“, also sich anderen nackt zu zeigen. Durch den Alkohol erweitern sich die Blutgefäße und ein inneres Gefühl von Wärme kommt auf, was die betroffene Person dazu veranlasst sich die Kleidung auszuziehen. Doch viele verkennen solch eine Situation und wissen nicht, was sich später für Folgen daraus ergeben.

Körperliche Reaktion

Die eigene innere Einstellung entscheidet am Ende über die körperliche Reaktion, sowie die äußeren Umstände. Diese Frage stellt sich um das nackt sein, allerdings meistens bei Männern, da Frauen hier oftmals anders reagieren und mehr von ihrem Gefühl heraus entscheiden. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob sich Menschen an einem FKK Strand nackt zeigen, oder aber in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel in einem Park oder einer Fußgängerzone. Denn an öffentlichen Plätzen zählt die Nacktheit eindeutig zum Exhibitionismus. Dabei kommt es den Personen bezogen auf ihrer Nacktheit auf die eigene Erregung an. Allerdings kann einem Menschen „Exhibitionismus“ nur unterstellt werden, wenn das eigene nackte Verhalten schockierend oder abstoßen auf andere Passanten stößt. Wenn sich eine Person zum Beispiel in einem Bus oder einer Straßenbahn kommt nackt präsentiert, um für etwas zu streiken oder protestieren und damit keine sexuelle Erregung auf andere Menschen verübt, stellt dies strafrechtlich keine Ordnungswidrigkeit also Exhibitionismus dar.

Schubladendenken

Oftmals kommt von Mitmenschen ein lockerer Spruch, wie „immer ziehen sich nur die hässlichen Menschen aus“. Dies ist dabei absolutes Schubladendenken, welches psychologisch überhaupt nicht begründbar ist. Anscheinend sind nur ganz wenige Leute mit ihrem eigenen Körper im reinen, denn sonst würden sie solche Äußerungen überhaupt nicht von sich geben.

Die Schönheit einer Person

Werden dagegen die Titelseiten von einigen Zeitungen oder Zeitschriften genauer betrachtet, lässt sich hier feststellen, dass diese These „es ziehen sich immer nur die hässlichen aus“ überhaupt nicht stimmt. Auf jeden Fall ist die Aussage politisch unkorrekt, da es überhaupt keine „hässlichen Menschen“ gibt. Die Schönheit einer Person, liegt dabei immer im Auge des jeweiligen Betrachters. Außerdem sind solche Sprüche zum Teil sehr menschenverachtend. Alle Menschen weichen dabei dem Schönheitsideal ihrer jeweiligen Kultur ab.

Schönheitsidealen

Und nicht jeder Mensch unterwirft sich den Schönheitsidealen, wie sie immer im Fernsehen oder in der Werbung präsentiert werden. Vielmehr sollte die wertschätzende Haltung von einem natürlichen Körper ausgehen. Denn wer sich körperlich als hässlich bezeichnet, sollte sich auf keinen Fall an einem FKK Strand aufhalten oder eine Sauna besuchen, denn hier weichen viele Menschen dem Schönheitsideal ab. Allerdings haben die meisten nackten Personen damit überhaupt kein Problem und bekennen sich zu ihrer „natürlichen Schönheit“ ohne sich dabei noch über andere Mitmenschen lustig zu machen oder über sie zu lästern.

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